Asiatische Hornisse am Haus oder im Garten?
Wir zeigen Ihnen, woran Sie die Art sicher erkennen und was jetzt zu tun ist

Sie haben eine dunkle Hornisse an Ihrem Haus, in der Hecke oder am Efeu gesehen und fragen sich, ob es die Asiatische Hornisse ist? Diese Frage stellen sich seit 2025 immer mehr Menschen in Nordrhein-Westfalen. Die Art hat sich über das ganze Land ausgebreitet, vom Ruhrgebiet über den Niederrhein bis ins Münsterland. Und die Kommunen bekämpfen die Nester inzwischen überwiegend nicht mehr auf eigene Kosten.

Wichtig ist zuerst die richtige Bestimmung. Die Asiatische Hornisse wird regelmäßig mit unserer heimischen Europäischen Hornisse verwechselt, und das hat Folgen: Die Europäische Hornisse steht unter besonderem Schutz, ihr Nest darf nicht ohne Genehmigung angetastet werden. Bei einer Verwechslung drohen empfindliche Bußgelder. Auf dieser Seite finden Sie die Merkmale, an denen Sie beide Arten sicher auseinanderhalten.

Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie uns an. Wir bestimmen die Art kostenlos bei der Erstbegehung vor Ort, schauen uns die Lage an und sagen Ihnen offen, was in Ihrem Fall sinnvoll und möglich ist. Kein Callcenter, keine Vermittlung, keine Hotline. Sie sprechen direkt mit unserem Team.

Asiatische Hornisse Vespa velutina mit schwarzem Brustabschnitt, gelben Beinenden und orangem Band am Hinterleib auf einer Efeubluete

Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zur Asiatischen Hornisse:

  • Woran erkenne ich die Asiatische Hornisse?

    Vier Merkmale machen die Bestimmung sicher, und alle vier sollten zusammenpassen:

    • Brustabschnitt komplett schwarz. Der Rücken zwischen Kopf und Hinterleib ist samtig schwarz, ohne braune oder rote Anteile.
    • Gelbe Beinenden. Die Beine sind dunkel, die Füße dagegen leuchtend gelb. Dieser Kontrast ist das zuverlässigste Einzelmerkmal.
    • Ein oranges Band kurz vor dem Hinterleibsende. Der Hinterleib ist überwiegend dunkel, nur das vierte Segment ist breit orange gefärbt.
    • Oranges Gesicht. Von vorn betrachtet ist die Stirn orange, der übrige Kopf dunkel.

    Die Größe hilft ebenfalls: Arbeiterinnen messen etwa 17 bis 24 Millimeter, Königinnen bis 30 Millimeter. Damit bleibt die Asiatische Hornisse kleiner als die Europäische.

  • Wie unterscheide ich sie von der Europäischen Hornisse?

    Die beiden Arten sehen sich nur auf den ersten Blick ähnlich. Nebeneinander gestellt ist der Unterschied deutlich:

    • Europäische Hornisse (Vespa crabro): rotbrauner Brustabschnitt, überwiegend gelber Hinterleib mit schwarzen Zeichnungen, durchgehend rotbraune Beine, Königin bis 35 Millimeter.
    • Asiatische Hornisse (Vespa velutina): schwarzer Brustabschnitt, überwiegend dunkler Hinterleib mit einem orangen Band, gelbe Beinenden, Königin bis 30 Millimeter.

    Merksatz: Die heimische Art wirkt hell und rotbraun, die eingewanderte Art wirkt dunkel und schwarz. Wer nur ein einziges Merkmal prüfen kann, nimmt die Beinenden.

    Diese Unterscheidung ist keine Formsache. Die Europäische Hornisse ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Sie zu töten oder ihr Nest zu zerstören ist ohne Ausnahmegenehmigung verboten und kann mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

  • Wie sieht ein Nest der Asiatischen Hornisse aus?

    Die Art baut im Jahresverlauf zwei verschiedene Nester.

    • Das Primärnest entsteht ab Ende Februar bis April. Es ist klein, etwa faust- bis handballgroß, und sitzt geschützt und niedrig: in Schuppen, Carports, Hecken oder Rollladenkästen. In dieser Phase wird es am häufigsten bei Gartenarbeiten entdeckt.
    • Das Sekundärnest folgt ab Ende Juni. Das Volk zieht um, meist hoch in eine Baumkrone in zehn bis zwanzig Meter Höhe. Dieses Nest wird bis zu einen Meter hoch, ist grau bis bräunlich und hängt frei.

    Ein verlässliches Erkennungszeichen ist das Flugloch: Bei der Asiatischen Hornisse liegt es seitlich, bei den bekannten heimischen Nestern unten. Ein ausgewachsenes Volk umfasst im Schnitt rund 6.000 Tiere.

    Weil das Sommernest oft erst sichtbar wird, wenn im Herbst das Laub fällt, entdecken viele Eigentümer es zu einem Zeitpunkt, an dem das Volk bereits wieder abwandert.

  • Wie gefährlich ist die Asiatische Hornisse für Menschen?

    Der einzelne Stich ist nicht giftiger als der einer heimischen Wespe oder Hornisse. Die Gefahr entsteht nicht durch das einzelne Tier, sondern durch die Verteidigung des Nestes: Nähert man sich zu weit, können sehr viele Tiere gleichzeitig angreifen.

    Besonders heikel sind Erschütterungen. Rasenmäher, Heckenschere, Hochdruckreiniger oder eine Leiter an der Hauswand lösen das Abwehrverhalten zuverlässig aus, oft bevor der Mensch das Nest überhaupt bemerkt hat. Halten Sie deshalb bei einem bekannten Nest mindestens zehn Meter Abstand und stellen Sie laute Gartenarbeiten in diesem Bereich ein.

    Abseits des Nestes ist die Art nicht auffällig aggressiv. Am Kaffeetisch oder am Kuchen tritt sie deutlich seltener in Erscheinung als die Deutsche Wespe.

  • Muss ich einen Fund noch melden?

    Nein, eine Meldepflicht besteht nicht mehr. Das Landesamt hat die Art im März 2025 für Nordrhein-Westfalen als etabliert und flächendeckend verbreitet eingestuft. Damit ist die behördlich koordinierte Beseitigung entfallen, seit dem 1. August 2025 stehen dafür auch keine Landesmittel mehr bereit.

    Eine freiwillige Meldung ist weiterhin erwünscht und hilft der Erfassung. Sie läuft über das Neobiota-Portal des Landes NRW sowie über das Meldeportal vespa-velutina.nrw. Die Meldung nehmen Sie selbst vor, sie ist in wenigen Minuten erledigt.

    Wie die einzelnen Kommunen damit umgehen, ist unterschiedlich, die Richtung ist aber überall dieselbe. In Oberhausen etwa entfernt die Stadt seit April 2025 keine Nester mehr. Wer ein Nest auf seinem Grundstück beseitigen lassen möchte, beauftragt und bezahlt das in aller Regel selbst. Im Zweifel fragen Sie kurz bei Ihrer Stadt oder Gemeinde nach, bevor Sie etwas veranlassen.

  • Darf ein Nest der Asiatischen Hornisse entfernt werden?

    Ja. Die Asiatische Hornisse steht seit 2016 auf der Liste invasiver gebietsfremder Arten der Europäischen Union. Sie genießt anders als die Europäische Hornisse keinen Artenschutz, ihr Nest darf entfernt werden, und es braucht dafür keine Ausnahmegenehmigung.

    Entscheidend ist die Reihenfolge: Erst die Art bestimmen, dann handeln. Genau hier passieren die teuren Fehler. Wer ein Nest der geschützten Europäischen Hornisse für ein Nest der Asiatischen hält und es zerstört, begeht eine Ordnungswidrigkeit, unabhängig davon, wie gut die Absicht war.

    Wir bestimmen die Art kostenlos bei der Erstbegehung vor Ort. Danach besprechen wir mit Ihnen, was in Ihrer Situation sinnvoll ist.

  • Was soll ich tun, wenn ich ein Nest entdecke?

    Bewahren Sie Ruhe, es besteht kein Grund zur Eile. Ein Nest, das Sie gerade erst entdeckt haben, war meist schon Wochen da.

    • Abstand halten, mindestens zehn Meter, und den Bereich für Kinder und Haustiere sperren.
    • Laute oder erschütternde Arbeiten einstellen, also Rasenmäher, Heckenschere und Leiterarbeiten in Nestnähe.
    • Nichts besprühen und nichts anfassen. Baumarktmittel reichen bei einem Hornissenvolk nicht aus, provozieren aber zuverlässig einen Abwehrangriff.
    • Die Art bestimmen lassen, bevor irgendetwas am Nest geschieht.
    • Fund freiwillig melden über das Neobiota-Portal NRW oder vespa-velutina.nrw.

    Und dann rufen Sie uns an, wenn Sie eine fachliche Einschätzung möchten. Wir sitzen in Oberhausen und sind im gesamten Ruhrgebiet, am Niederrhein und im Münsterland unterwegs, von Duisburg und Essen über Wesel, Moers und Krefeld bis Ahaus und Gronau. Termin nach Absprache, im Stadtgebiet Oberhausen zusätzlich 0 Euro Anfahrt.

  • Kann ich das Nest selbst entfernen?

    Davon raten wir ab. Auch wenn die Asiatische Hornisse nicht geschützt ist und die Entfernung rechtlich erlaubt wäre, sprechen mehrere Gründe dagegen:

    • Ohne sichere Artbestimmung riskieren Sie, ein geschütztes Nest zu zerstören.
    • Ein Volk umfasst mehrere tausend Tiere, die ihr Nest geschlossen verteidigen.
    • Sommernester hängen häufig in zehn bis zwanzig Metern Höhe. Leiterarbeit unter Angriff ist die eigentliche Gefahr, nicht der Stich.
    • Für Allergiker kann ein Angriff lebensbedrohlich werden.
    • Ohne Schutzausrüstung und Fachkenntnis bleibt ein Teil des Volkes regelmäßig zurück.

    Im Zweifel gilt: erst anrufen, dann handeln. Die Einschätzung vor Ort kostet Sie nichts, ein falscher Griff ans Nest möglicherweise sehr viel.

Warten Sie nicht zu lange!

Je länger ein Schädlingsbefall unbehandelt bleibt, desto größer der monetäre Schaden und die Schädigung Ihres Rufs.